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Alltag und Probleme

Die Alltagsschwierigkeiten von Achromaten lassen sich schnell an den einschränkenden Symptomen deutlich machen:

  • Blendungsempfindlichkeit
  • Farbenblindheit
  • Sehschwäche
  • und deren Kombinationen bzw. Additionen

Farbenblindheit

In der Natur und in unserem stark „farb-codierten“ Alltag führt die Farbenblindheit häufig zu Problemen.

Blendung

Das Tageslicht oder helles Kunstlicht werden als viel zu hell empfunden. Die Blendung reduziert zudem die Kontraste.

Sehschwäche

Wegen der Sehschwäche von 5 bis 10 %, bei Blendung oft noch deutlich geringer, sind Dinge, Personen, Schrift usw. nur aus der Nähe zu erkennen bzw. zu lesen.

Lebensmittel erkennt man unter anderem an ihrer Farbe (z.B. Apfelsinen und Äpfel). Aber auch der Reife- und Verderbnisgrad können durch unterschiedliche Färbung signalisiert werden. Farbe einer Speise  regt oft den Appetit an oder warnt vor deren Verzehr.

Beim Einkauf, bei der Ernte und am Buffet führt die Farbenblindheit zu einer echten Herausforderung für den Achromaten.

Getränke

Farbsehende schließen über die Farbe auf den Inhalt. Achromaten hilft nur die Aufschrift.

Brotzeit

 

Wenn Farben nicht unterschieden werden können, dann helfen Strukturen.

Markstand

Je größer die Auswahl, desto verwirrender. Hier ist Einkaufsberatung unabdingbar.

tolle Auswahl

Die Farben der Speisen lassen auf die Zutaten schließen und regen den Appetit an.

grau in grau

Farben sind für den Achromaten kein Auswahlkriterium. Doch die appetitliche Zubereitung macht ihm Lust aufs Essen.

aus der Distanz

Um die Speisen identifizieren zu können, muss der Achromat nah ans Buffet treten. Evtl. Beschriftung ist für ihn auch oft zu klein geschrieben.

Bananen

Grüne Bananen müssen noch reifen. Gelbe Bananen sind schon reif- Die dunklen Stellen verraten den Reifegrad.

Kartoffeln

Gelbe Kartoffeln sind zum Kochen geeignet.  Grüne Kartoffeln haben Solanin gebildet und sind nicht bekömmlich.

Schwarzbrot

Den grünen Schimmel sieht der Achromat nicht. Die flächige Färbung unten links macht ihn aber vorsichtig.

Für einen vollständig Farbenblinden sind die roten und schwarzen Spielfiguren kaum zu unterscheiden. Gelb wirkt als die hellste Spielfarbe und wird von Achromaten wegen des hohen Kontrastes zu den anderen Figuren sehr gerne gewählt.  

Zur Zeit des Schwarzweiß-Fernsehens waren die Trikots von Sportlern kontrastreich gestaltet, damit die Mannschaften leicht zu unterscheiden waren. Ob als passiver Fernsehzuschauer oder als aktiver Sportler können Achromaten viele Farbkombinationen nicht unterscheiden.

"Arschkarte"

Aus der zeit des Schwarz-Weiß-Fernsehens stammt die Regel, dass Schiedsrichter die Rote Karte in der Gesäßtasche und die Gelbe Karte in der Hemdtasche trägt. So wird schnell deutlich, wer die "Arschkarte" bekommt.  

Die farbigen Linien eines Fahrplanes oder bunten Markierungen einer Landkarte sind für Farbenblinde nicht zu differenzieren. Dazu kommt die meist viel zu kleine Schrift, die ohne Lupe nicht zu lesen ist.

Smartphones und Tablets bieten mit entsprechenden APPs praktische Hilfe für Farbenblinde.

In der 1. Reihe

"Mein Platz ist immer in der ersten Reihe!"

Um die Sehschwäche wenigstens ansatzweise auszugleichen, müssen Achromaten möglichst nah am Geschehen sein.

Unterstützungen für den Unterricht sind u.a. Tafellesegeräte und andere Kamerasysteme. Diese werden häufig in Kombination mit Tablets, z.B. iPAD verwendet.

Textmarker

Textmarker werden oft benutzt, um Informationen hervorzuheben.

Für Farbenblinde reduzieren die Markierungen den Kontrast zwischen schwarzer Schrift und weißem Papier.

Türkis und gelb werden fast gar nicht wahrgenommen. Rot verdunkelt den Text bis zur Unkenntlichkeit.

Unterstreichungen, ggf. verschiedene Linienarten heben das Wichtige für alle hervor.